Die Sonne scheint mir ins Gesicht. Da komme ich doch gleich ein bisschen schneller aus dem Bett … oder liegt es vielleicht daran, dass kein Wecker uns aus dem Federn schmeißt? Egal!

Allerdings sind wir sehr überrascht über all die Fragen per Whatsapp, ob es uns gut geht. Wir haben bisher nicht mitbekommen, dass der Kilauea wieder ausgebrochen ist, es mehrere Erdbeben gegeben hat und zwei Dörfer an der East Rift Zone evakuiert werden. Davon spürt man an der Kona Coast nichts. So sitzen wir mit der ersten Tasse Kaffee vorm Fernseher und schauen, was los ist. Den Abend bevor der Kilauea ausgebrochen ist, haben wir noch oben gesessen und die flüssige Lava brodeln sehen. Was ein Timing!

Auf unserem Plan steht die Kohala Coast. Doch als wir von der Sonne in die Wolken fahren und mir das Navi noch 20 Meilen bis zum nächsten Wegpunkt sagt, streike ich. Auf Wolken, Regen und „Meilen fressen“ habe ich gerade keine Lust. Da bin ich heute etwas zickig. ? Zum Glück besteht Anne nicht auf die Kohala Coast Tour.

So fahren wir runter zum Waikoloa Beach. Und der ist irgendwie einzigartig. Eine Komposition aus schwarzer Lava und weißen Korallen. Es sieht ein bisschen aus wie auf dem Spielbrett. Dazu kommt das klare, türkisblaue Meer. Und Bäume am Strand runden das Bild ab. Unglaublich schön und einzigartig.

Eine Schildkröte gibt es noch dazu. Sie ist nich nicht ganz so groß und alt wie die am Hookipa Beach auf Maui, aber schon ein kleiner „Kracher.

Direkt an den Strand liegt auch das Hilton. Das kann mit einer eigenen Tram und einem Bootskanal aufwarten.

Witziger Weise führt der öffentliche Zugang durchs Hotel. Und was sehe ich da? Einen echtem Flamingo! Das ist ein Running Gag mit meinem Team bei der Arbeit. Das muss ich also fotografieren … oder besser fotografieren lassen.

Nachdem wir unser Auto vor dem Hilton wiedergefunden haben, steuern wir den Kekaha Kai State Park an. Über ein riesiges Lavafeld geht es ins Nichts. Ob da überhaupt noch ein Strand kommt? Ich bin mir nicht sicher. Hier sind nur Lava und eine holprige Schotterpiste. Aber zumindest kann ich hier die Vorteile unseres Jeeps ausfahren. Schlaglöcher und tiefe Bodenwellen? Kein Problem! ?

Ganz unvermutet taucht aus dem Nichts ein heller Sandstrand auf. Wo kommt der denn her? Das passt so gar nicht zusammen.

Die Sonne brennt und für heute Abend haben wir ein besonderes Programm. Daher fahren wir zurück ins Boynton’s B&B und genießen kurz die Kühle.

Dann geht es los: Schnorcheln mit den Mantas. Mit dem Speedboat von Kona Ocean Adventures fahren – oder besser fliegen – wir zu einer Stelle kurz vorm Flughafen. Das Schnorcheln besteht daraus, dass wir uns im Wasser an einem mit Licht und Haltegriffen versehenen Board festhalten, den Hintern und die Beine hoch bekommen und einfach nur gucken. Das Licht zieht das Plankton an und das wiederum die Mantas.

Süß finde ich, dass alle Mantas hier einen eigenen Namen haben. Und unsere Guides kennen jedes Tier. Ich wusste bisher nicht, dass die Punkte auf dem Bauch so unverwechselbar wie unser Fingerabdruck sind.

Es dauert nicht lange und der erste Manta kommt. Es ist Mathilda Ray. Die zieht ihre Runden und taucht so dicht unterm Board her, dass sie uns fast berührt. Es ist einfach unglaublich. Diese sanften Riesen sind so elegant im Wasser. Es ist faszinierend. Ich bekomme nicht genug. Immer, wenn sie so dicht an mir vorbei schwimmt, halte ich automatisch die Luft an. Einfach nur WOW!

Nicht nur Mathilda zeigt sich. Auch eine Schwester, deren Namen ich leider vor lauter Gucken und Staunen nicht mitbekommen habe. Auf jeden Fall heißt sie Ray mit Nachnamen. Das weiß ich sicher. ?

Gut 40 Minuten liegen wir in „Superman-Haltung“ im Wasser und staunen. Das hat wirklich was!

Irgendwann wird es kalt so still im Wasser, trotz Neoprenanzug. Und das sanfte Schaukeln der Wellen ohne eigene Bewegung irritiert meinen Magen. So hatten wir nicht gewettet. Doch bevor es schlimmer wird, ist unsere Zeit um. Mit Vollspeed geht es zurück im den Hafen. Jetzt noch eine heiße Dusche im B&B und der Tag ist perfekt!